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Grindr-Aktion: Streit und Stopp von „Wanna Play?“

In den vergangenen Tagen kam es nach dem Start der „Kunst-Aktion“: „Wanna Play? Liebe in Zeiten von Grindr“ am Berlin-Kreuzberber Heinrichplatz zu einigen Protesten und einem medialen Shitstorm in den sozialen Medien. Wie gestern die Geschäftsführerin des Berliner Theaters Hebbel am Ufer (HAU), Amennie Vanackere, mit. Das Theater führte das Projekt zusammen mit dem Niederländer Dries Verhoeven durch.

Grindr-Aktion: Glas-Container in Kreuzberg

Verhoeven startete letzte Woche am Mittwoch das Projekt, queerpride berichtete vergangene Woche. Er zog in einen Glascontainer und wollte zwei Wochen lang über die schwule Dating-App Grindr andere Männer zu verschiedenen Gesprächen und Aktionen einladen, ausdrücklich nicht zu sexuellen Aktivitäten. Die Chat-Gespräche wurden dabei vor Aufkommen der Proteste auf einer LED-Wand für die Zuschauer lesbar wiedergegeben, wie auch Namen und Bilder unzureichend geschützt. Den Teilnehmern wurde dies auch nicht vorab mitgeteilt.

Zwischenfall am Donnerstag

Gleich am Donnerstag kam es dann zu einem Zwischenfall mit Parker T., ein Mann, den Verhoeven per Grindr zum Heinrichplatz gelockt hatte. Dieser fühlte sich blossgestellt, stürmte wütend in den Container und wurde handgreiflich. Daraufhin entbrannte ein Shitstorm über Facebook und Twitter. Das Theater lenkte ein und stellte die Chats und die Fotos ab Freitag nur noch verschwommen dar.

Aber die Proteste gingen im Netz weiter. Aus Sicht vieler Beobachter wurde so auch noch nicht die Privatsphäre ausreichend geschützt. Vor allem kritisierten viele Schreiber, eine als „Kunstaktion“ deklarierte öffentliche Bloßstellung und einen Eingriff in die Privatsphäre hier zu erkennen. Auch eine Strafanzeige soll mittlerweile gegen das Projekt gestellt worden sein.

Auch Grindr selbst schaltete sich in die Diskussion ein und distanzierte sich über eine Stellungnahme vom Wochenende. Die User wurden aufgefordert, das Profil Verhoevens zu melden, um ihn ausschließen zu können.

Gestern Abend lud das HAU Theater dann zu einer Diskussion, der ca. 200 Personen bewohnten. Eines der Opfer, Parker T. war vor Ort, wie auch der „Künstler“ Verhoeven selbst. Er stand eigene Fehler ein. Jedoch wurde nicht deutlich, ob er auch das gesamte Projekt selbst als Fehler ansah.

Written by Lisa Wagner

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