© Enough is Enough
in

Homo- und Transphobie? Berlin zeigt morgen Flagge!

Am morgigen Samstag, 17. Mai 2014, findet der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie statt, er geht auf den 17. Mai 1990 zurück, als die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten zu streichen. Seit 2009 wird nicht nur gegen Homophobie, sondern darüber hinaus auch gegen Transphobie gekämpft. In Berlin gibt es morgen einige Demonstrationen. ENOUGH IS ENOUGH – OPEN YOUR MOUTH! lädt gemeinsam mit anderen Organisationen und Initiativen zu einer Kundgebung an den Berliner Wittenbergplatz ein (Beginn: 11 Uhr). Das Motto der Veranstaltung lautet: „Wann hast Du entschieden, hetero zu sein?“ Eine wohl ironisch gemeinte Replik darauf, dass es Unsinn ist, sich seine Sexualität aussuchen zu können, ergo die jeweilige Sexualität etwas völlig Normales ist.

MANEO: Seit sieben Jahren gibt es die beliebten „Kiss-in’s“

Um 12 Uhr wiederum gibt es eine Kundgebung des LSVD Berlin-Brandenburg mit der Bürgermeisterin von Tempelhof und Schöneberg, Angelika Schöttler. Dabei wird auch Lala Süsskind vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus sein. Hier lautet die Überschrift: „Tausend Hände für den Regenbogen“. Treffpunkt ist am Nollendorfplatz, und zwar am Denkmal für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus. Gegen 12.45 Uhr werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der OPEN-YOUR-MOUTH-Veranstaltung hinzustoßen, hiernach zieht die Demo dann weiter über den Potsdamer Platz, Unter den Linden hin zum Alexanderplatz, wo am „Neptunbrunnen“ die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO wiederum lädt zu zwei „Kiss-in’s“ ein, einmal um 12 Uhr am Rathaus Neukölln, dann um 14 Uhr auf dem Nollendorfplatz. MANEO tut das seit sieben Jahren schon, eingeladen sind wie immer Homo- und Heterosexuelle!

Kolat: „Homophobie und Transphobie haben in Berlin keinen Platz!“

Die große Abschlussveranstaltung findet dann im SchwuZ statt. Berlin zeigt also Flagge gegen Homophobie und Transphobie. Seit Montag schon schmückt eine digitale Regenbogenfahne für die kommenden drei Wochen die Internetseite der Senatsverwaltung für Integration: „Homophobie und Transphobie haben in Berlin keinen Platz!“, sagt Integrationssenatorin Dilek Kolat von der SPD. Und: Berlin sei bei der Bekämpfung der Homophobie „auf einem guten Weg“, doch gebe es immer noch Fälle von Gewalt und Diskriminierung. Dagegen, so Frau Kolat weiter, werde sich Berlin weiter einsetzen.

Johannes Kahrs: „Die Akzeptanz anderer Lebensformen schadet niemandem!“

Johannes Kahrs, Bundestagsabgeordneter und Beauftragter für die Belange von Lesben und Schwulen in der SPD-Fraktion, ruft „zur regen Teilnahme“ an den bundesweit zahllosen Demonstrations- und Informationsveranstaltungen auf. Dies, weil Homophobie heilbar sei, so Kahrs weiter. Die Akzeptanz anderer Lebensformen „schadet niemandem“, und „geistigen Brandstifter“, die die Akzeptanz sexueller Identitäten mit vermeintlichen Nachteilen „für heteronormative Lebensformen verbinden“, dürfe keine Bühne geboten werden.

Mehr Info: www.enough-is-enough.eu ; www.maneo.de ; www.berlin.lsvd.de

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

Belgian Pride in Brüssel

Putin-Kumpel pöbelt in Berlin gegen Conchita Wurst