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Schwules Uganda – Ein gefährliches Pflaster

Schwul sein in Uganda ist eine gefährliche Angelegenheit. In dem Land, in dem die Gesellschaft christlich dominiert wird, steht Angst und Paranoia an erster Stelle.

Man darf nicht zu sehr auffallen. Man darf sich nicht erwischen lassen. Nicht einmal zu Hause, nicht einmal unter „Freunden“. Uganda ist eines der schwulenfeindlichsten Länder der Welt. Niemand ist wirklich sicher, und diese Unsicherheit wird geschürt, geschürt von freikirchlichen Predigern, die von einem besessenen, bösen Geist reden. Die Familie hält sie für krank, die Polizei verhaftet nur auf den bloßen Verdacht hin – willkürlich. Nach der „Entdeckung“ ist der soziale Abstieg vorprogrammiert. Oftmals verkaufen junge Schwule ihren Körper an Männer. Männer, die auch mal für das Wohl ihrer Liebhaber sorgen. Sie einkleiden oder mit technischen Gerätschaften ausstatten. Wird man jedoch beim Sex erwischt, folgt oftmals ein jahrelange Haftstrafe. Das legte einst ein Gesetz fest. Es stammt noch aus der Kolonialzeit. Einen Schritt weiter versucht David Bahati, ugandischer Abgeordneter, zu gehen. Seit 2009 versucht er einen Gesetzesentwurf durchzubringen, der das Antihomosexuellen-Gesetz mit dem Zusatz der Todesstrafe verschärft. Bisher wurde dieser Versuch vom Parlament erfolgreich vereitelt. Auf internationaler Ebene gäbe es zu viele „Gegenstimmen“. Dennoch Ugandas Gesellschaft steht vermehrt unter dem Einfluss der christlichen Rechten – allen voran die USA. Prediger hetzen und finden schnell Verbündete – einst wie gegenwärtig auch. Dabei war es doch die westliche Welt, die diesen „unnatürlichen fleischlichen Akt“ erst eingeführt und die Jugend verführt hat. So werden Jugendliche bereits an Schulen von Predigern für die „Gefahren der Homosexualität“ sensibilisiert. Ist ein Schüler dem Verdacht auferlegen, er könne schwul oder sie könne lesbisch sein, so wird er oder sie aus der Schule „entfernt“, von der Familie ausgestoßen, Freunde gibt es nicht mehr. Asyl finden die Kinder oftmals nicht. Auch wenn sich einzelne Aktivisten des Themas annehmen und mitunter sogar ihr eigenes Heim als Asyl anbieten, so leben doch alle weiter mit der ständigen Angst entdeckt zu werden. Öffentliche Orte gibt es keine, selbst Clubbetreiber müssen die örtlichen Ordnungshüter bestechen, so dass die „Randgruppe“ zumindest für einen Augenblick ihres Lebens etwas Glück erfahren.

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