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Priester setzt sich für schwule Gemeinde ein

„Ganz Gallien ist von Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! …“ In diesem Stil etwa könnte man die Einsatzbereitschaft und die Weltoffenheit des Pfarrers Russell Pollitt in Südafrika umschreiben.


Denn so bietet der Katholik für die schwule Gemeinde in Johannesburg einen Zufluchtsort. Dass er dadurch zum roten Tuch für die katholische Kirche wird und damit selbst auch seine Aufstiegschancen blockiert, kümmert ihn wenig. Denn dafür lebe er nicht, so sagt er. Was er vor allem möchte, ist den Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen. Und in einem Land wie Südafrika ist dies durchaus angebracht. Zwar ist in 18 Staaten Afrikas Homosexualität nicht verboten, jedoch bleiben noch 37 Länder, in denen es zum Teil mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet wird. Auch wenn Südafrika eines der Länder ist, in denen es nicht illegal ist, seine Sexualität zu leben, so gibt es doch zahlreiche Übergriffe und Anfeindungen. Doch nicht nur für Schwule bietet Pollitt Zuflucht, auch andere, vor allem Migranten, nutzen sein Angebot. Das sind größtenteils Außenseiter und Wirtschaftsflüchtlinge aus anderen Teilen Afrikas. Unter ihnen Dumisani Dube, der vor vier Jahren aus Simbabwe flüchtete und nun in dieser Gemeinde seinen Platz gefunden hat. Er selbst hat vor drei Jahren eine schwule Kirchengruppe in Johannesburg gegründet, die inzwischen etwa 30 Mitglieder umfasst. Auch hier sind die meisten Mitglieder Flüchtlinge. Der Kontakt wird über seine auf der Homepage der Kirche angegebenen Handynummer aufgenommen. Auch wenn, ebenso wie bei Pollitt via E-Mail, dadurch viele Verbalattacken über ihn hereinbrechen, so gibt er seinen „Auftrag“ nicht auf.

Bild: © DR Walker

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