© Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported
in

Mentoren für homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge

Anfang des kommenden Jahres startet der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) ein Mentorenprojekt für homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge. Interessierte Personen, die Flüchtlinge gerne regelmäßig als Mentorinnen und Mentoren unterstützen möchten, können sich ab sofort mit Namen und Kontaktdaten an miles@lsvd.de wenden.

Immer mehr lesbische, schwule und transidente Flüchtlinge wenden sich an das Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES) des LSVD, um Beratung und konkrete Unterstützung zu erhalten. Sie fliehen nicht nur vor Verfolgung in ihren Herkunftsländern, sondern erleiden in Unterkünften durch andere Flüchtlinge Gewalt – auch in sexualisierter Form. Zugleich wenden sich immer mehr Berlinerinnen und Berliner an den Lesben- und Schwulenverband, um ehrenamtlich zu helfen. In den vergangenen Wochen haben bereits über 40 Personen angeboten, die ratsuchenden Flüchtlinge beim Spracherwerb, der Wohnungssuche, der Bewältigung von Alltagssituationen und der Integration in die deutsche Gesellschaft zu unterstützen.

Hierzu erklärt Jouanna Hassoun, Leiterin des Zentrums für Migranten, Lesben und Schwule: „Der ehrenamtliche Zuspruch ist großartig, aber auch eine Herausforderung. Daher wollen wir in 2016 Ehrenamtliche dahingehend qualifizieren und begleiten, dass sie Flüchtlinge als Mentorinnen und Mentoren unterstützen können. Für das Mentorenprojekt haben wir einen Förderantrag bei der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gestellt, über den jedoch erst im Frühjahr 2016 entschieden werden kann. Bis dahin wollen wir das Projekt auf Spendenbasis finanzieren.“

Spendenkonto:
Kontoinhaber: LSVD Berlin-Brandenburg e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 100 205 00
Konto: 335 00 00
BIC: BFSWDE33BER
IBAN: DE46100205000003350000
Zweck: Spende Flüchtlinge

Die seit August 2015 angebotene Sprachakademie für homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge wird derzeit ebenfalls auf Spendenbasis finanziert. Erst vergangene Woche hat das Unternehmen „RHEINFRANK – ANTIKSCHMUCK BERLIN“ 3.000 Euro gespendet. Auch Völklinger Kreis e. V. – Bundesverband schwuler Führungskräfte (VK) und Wirtschaftsweiber e. V. haben bei einer gemeinsamen Veranstaltung über 3.000 Euro für die LSVD-Flüchtlingsarbeit gesammelt. „Die Initiative des LSVD, um Flüchtlinge vor homophoben Übergriffen zu schützen und die kulturelle und sprachlichen Barrieren abzubauen, ist ein Beispiel dafür, dass Lesben und Schwule in Veränderung keine Bedrohung sehen. Sprache ist eine Voraussetzung für berufliche Integration und deswegen freue ich mich und bin stolz, dass die Mitglieder der beiden Berufsverbände so großzügig unterstützen konnten“, so der Vorsitzende des Völklinger Kreises, René Behr. Auch Bettina Robrecht betont in diesem Zusammenhang „Wir Wirtschaftsweiber freuen uns, dass wir einen Beitrag zu diesem wichtigen Projekt leisten konnten. Gerade in der aktuellen Diskussion ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf die Situation lesbischer und schwuler Flüchtlinge zu lenken.“

CSD Mönchengladbach geht in die zweite Runde

5 Gründe, den neuen Stonewall Film nicht zu verpassen!