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Keine schwulen Frisuren mehr im Iran

Keine schwulen Frisuren mehr im Iran, müssen wir zugeben, klingt schon sehr skurril. Aber was jetzt als Vorgabe des Herrenfriseurverbandes im Iran angewiesen wurde, ist nur eine Fortsetzung der strengen Politik gegenüber allen „westlichen Einflüssen“. Mohammed Gohavi, Chef des iranischen Herrenfriseurverbandes sieht Undercuts und Gelfrisuren als Ausdruck des Bösen.

In einem neuen Regelwerk für seine Mitglieder ist festgeschrieben, welche Frisuren zu welchen Preisen angeboten werden dürfen. Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtet dazu: Welche Frisuren aus der Sicht des Friseurverbandes „satanisch“ sind – und deshalb ab sofort verboten werden. Aber es sind nicht nur „satanische Frisuren“, die den Chef-Friseur stören. Ebenfalls solche Frisuren, wie sie von Homosexuellen getragen werden, seien ihm ein Dorn im Auge, sagte Gohavi in einem Fernsehinterview. Jedoch bleibt es sein Geheimnis bisher, welche Frisuren nun genau „schwul“ sind und wie diese erkannt werden sollen.

Aber die Vorgaben des Herrenfriseurverbandes im Iran machen bei den Frisuren nicht halt. Auch Solariumbesuche, Zupfen von Augenbrauen und Tattoos sind weiterhin verboten. Gohavi meint: „Sie würden den Vorschriften der islamischen Republik widersprechen.“ Zuwiderhandlungen gegen die Liste werden sofort bestraft. „Allen Coiffeurläden, die solche teuflischen Frisuren schneiden, werden die Lizenzen entzogen“, drohte er.

Die Vorgaben im neu erschienenen Regelwerk sind nicht die einzigen skurrilen Anordnungen. Schon vor fünf Jahren wurden im Iran Pferdeschwänze bei Männern verboten.

Written by Marco Steinert

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