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Kampf gegen Homophobie: Aktionsplan im Norden

Homophobie und Diskriminierung: VIele wollen es nicht wahrhaben...
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Im Kampf gegen Homophobie soll es einen Aktionsplan im Norden geben. Schleswig-Holstein will der Diskriminierung weiterhin konsequent entgegentreten.

Kampf gegen Homophobie im Koalitionsvertrag

Wenn es nach den Vertretern schleswig-holsteinischer Initiativen geht, soll ein Aktionsplan gegen Homophobie bald in Kraft treten: „Wir stehen für ein tolerantes Schleswig-Holstein. Durch die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Intersexuellen und Transgender werden wir Schleswig-Holstein ein tolerantes Gesicht geben und Diskriminierung konsequent entgegentreten (…). Wir wollen mit Kooperationspartnern einen Aktionsplan gegen Homophobie erarbeiten und flächendeckend umsetzen.“ So steht es im Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis90/Die Grünen und SSW, und genau dies soll wohl auch die Grundlage für den Aktionsplan im Norden sein. Mitmachen werden unter anderem der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) in Schleswig-Holstein, Aidshilfen, die Antidiskriminierungsstelle des Landes, der Antidiskriminierungsverband, CSD-Vereine, die Gewerkschaft GEW, der Lesbenring, NaSowas/Lambda und LGBT-Gruppen von Vereinen.

Aktionsplan im Landtag ohne Gegenstimme beschlossen

50.000 Euro stellte der Landtag zur Verfügung, wobei erstaunlich ist, dass es dabei keine Gegenstimme gab. Im Programm „Miteinander stärken, Homophobie und Diskriminierung bekämpfen“ heißt es: „(…) Der Schleswig-Holsteinische Landtag nimmt nicht hin, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in vielen gesellschaftlichen Bereichen ausgegrenzt und diskriminiert werden.“ Weiterhin hat der Landtag die Landesregierung aufgefordert, gemeinsam mit dem LSVD des Landes sowie mit anderen queeren Initiativen und in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle einen Aktionsplan zu entwickeln. Diesbezüglich gibt es einen Vorlauf, denn schon im Herbst 2013 hat der LSVD Schleswig-Holstein mit rund 30 Aktiven den Diskurs darüber begonnen, welche Anforderungen und Wünsche LGBT-Menschen an einen solchen Aktionsplan haben.

Der Kampf gegen Homophobie hat hohe Priorität

Ein konkretes Konzept soll in diesen Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt werden, wozu auch Namensfindung und Logoentwicklung gehört. Am 1. Juli findet eine Fachveranstaltung mit Ministerin Kristin Alheit und Prof. Dr. Bernd Simon von der Universität Kiel statt. Bis zum Spätherbst ist dann ein journalistischer Workshop geplant sowie die Entwicklung eines Leitfadens für Initiativen im Land. Auch geplant: eine Informationsfibel sowie die Erstellung eines Präventionskonzepts Bildung. Nach dem „großen Vorbild des LSVD Berlin Brandenburgs“, so Konstanze Gerhard vom LSVD Schleswig-Holstein, soll dann auch der Auftakt für ein Bündnis gegen Homophobie stattfinden.

Mehr Info: www.schleswig-holstein.lsvd.de

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

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