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Dominikanische Republik möchte keine „Schwuchtel“ als US-Botschafter

James „Wally“ Brewster wurde von US-Präsident Obama höchstpersönlich als US-Botschafter für die Dominikanische Republik nominiert. Die Nominierungen werden im Normalfall wortlos und ohne große Skandale hingenommen, doch in diesem Fall stellt sich der Inselstaat quer.

Brewster war von April 2009 bis April 2013 als Director des Office of Personnel Management der ranghöchste Mitarbeiter der US-Regierung, der sich öffentlich als schwul outete. Derzeit ist er in der international tätigen Consultingfirma SB&K Global beschäftigt und wurde vom Präsidenten als Botschafter nominiert. Zudem ist er Mitglied des Vorstandes der Human Rights Campaign (HRC), einer der größten LGBT Menschenrechtsorganisationen der USA.

Die Gründe für die Nominierung zum US-Botschafter lassen sich wohl an zwei Fingern abzählen. Zum einen ist Brewster „wegen seiner Fähigkeiten als internationaler Geschäftsmann und seiner Vorstellungen zu Demokratie und Menschenrechten nominiert worden,“ so ein Vertreter der Botschaft. Zum anderen ist er einer der großzügigsten Spender (rund 500.000 US-Dollar) im diesjährigen Wahlkampf Obamas gewesen. Der Freundschaftsdienst des ranghöchsten Amerikaners ist jedoch nicht sehr zur Freude der Kirchenfürsten in der Dominikanischen Republik. Bereits vergangene Woche forderte Erzbischof von Santo Domingo, Kardinal Nicolas de Jesus Lopez, die dominikanische Regierung auf, den Botschafter abzulehnen. Ein Kollege des Kardinals, Monseñor Pablo Cedano, weiß vorherzusagen, dass Brewster es bedauern würde, wenn er in die Dominikanische Republik käme. Inzwischen trat der Kardinal de Jesus Lopez persönlich noch einmal nach, indem er den Botschafteranwärter in einer Pressekonferenz als „maricón“ („Schwuchtel“) beleidigte.

Die dominikanische Regierung zeigt sich bisher unbeeindruckt von der heftigen Kritik der Kirchenvertreter. In einer Presseerklärung wird eine Ablehnung nach der Bestätigung zur Nominierung als „undelikat“ empfunden. Zur Entsendung Brewsters fehlt nun lediglich noch die Zustimmung vom US Senat.

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