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Obama beendet Afrikareise mit Appell für Homosexuelle

US-Präsident Barack Obama hat am Ende seiner Afrika-Reise erneut ein Bekenntnis für die Rechte Homosexueller abgegeben: „Ich möchte, dass die Afrikaner hören, woran ich glaube: Unabhängig von ihrer Rasse, ihrer Religion, ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Ausrichtung sollen alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden!“, sagte der Sohn eines kenianischen Vaters.

Mit ähnlichen Aussagen hatte Obama zuvor im Senegal fast für einen Eklat gesorgt, als Präsident Macky Sall nach einer ähnlichen Obama-Aussage ungewöhnlich scharf entgegnete: „Staaten treffen ihre Entscheidungen in ihrem eigenen Tempo. Wir sind noch nicht so weit, Homosexualität zu entkriminalisieren.“

Damit steht der Senegal, wo Homosexuelle Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren zu befürchten haben, in Afrika nicht allein. In 38 der insgesamt 55 Ländern des Kontinents steht Homosexualität unter Strafe – und der Trend geht eher in Richtung weiterer Verschärfungen. Das zumindest sagt Amnesty International in einem aktuellen Bericht.

So haben kürzlich Burundi und der Südsudan neue Gesetze zur Abstrafung Homosexueller verabschiedet, die in Teilen wesentlich drastischer sind als sie es zuvor gewesen sind. Auf gleichgeschlechtlichen Sex mit Minderjährigen soll in etlichen Staaten die Todesstrafe eingeführt werden oder aber sie gilt bereits.

In Kamerun wurde vor kurzem ein Mann zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er einem anderen Mann per SMS eine Liebeserklärung geschickt hatte. Bei den Einwohnern herrscht insgesamt die Meinung vor, Homosexualität sei „unafrikanisch“. Lediglich in Nordafrika wird Homosexualität weitgehend geduldet. Aber auch dort nur dann, wenn man sie nicht offen auslebt.

Bild: © The White House/P. Souza

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

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