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Der Hass auf Homosexuelle in Russland wird größer – 62 Prozent der Russen empfinden Lesben und Schwule als „moralisch inakzeptabel“

Nachdem das russische Parlament, die Duma, mit überwältigender Mehrheit ein umstrittenes Gesetz verabschiedet hat, das Homosexuelle ächtet und sie empfindlich in ihren Rechten beschneidet, verschärfen sich die Fronten weiter.


Regelmässig treffen sich Lesben auf öffentlichen Plätzen und vor dem Parlament in Moskau zum „Tag der Küsse“. Sie küssen sich und werden dafür von orthodoxen Aktivisten und Nationalisten ausgebuht und mit Eiern beworfen. Auch im Parlament beschimpfen sich die wenigen Befürworter und die erbitterten Gegner von Homosexuellen. Der Abgeordnete Sergej Dorofejew von der Partei Einiges Russland: „Homosexualität wird im modernen Russland in großem Ausmaß propagiert. Das schadet den traditionellen Familienwerten.“ Das verabschiedete Gesetz, das der russische Präsident noch ratifizieren muss, verbietet es homosexuellen Interessengruppen künftig, Schriften zu verbreiten. Selbst Aids-Broschüren sind nun verboten, denn diese würden „der Gesundheit und der geistlichen Entwicklung schaden“, so das Gesetz. Ein homosexuelles Paar, das ein Kind aufziehen will, macht sich nun strafbar. Bei der russischen Bevölkerung stößt das Gesetz auf Zustimmung: 62 Prozent der Russen empfinden Homosexualität ohnehin als „moralisch inakzeptabel“.

Text: doe

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