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Weltärztebund: Transgeschlechtlichkeit ist keine Krankheit

Am vergangenen Wochenende verabschiedete die Generalversammlung des Weltärztebundes in Moskau ein Statement für Transgender und fordert damit gleichzeitig ein Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung ein.

Uta Schwenke, Sprecherin des LSVD, begrüßte die Stellungnahme des Ärztebundes. Damit werde nun ein jeder Arzt aufgefordert für eine bestmöglichste und diskriminierungsfreie Behandlung zu sorgen, welche die Bedürfnisse in den Vordergrund rückt. Ebenfalls dazu gehört auch die Forderung danach, dass die rechtliche Änderung des Geschlechts nicht mehr davon abhängig gemacht wird, dass die Antragsteller dauernd fortpflanzungsunfähig sein müssen. Zwar steht dies noch als Paragraph im deutschen Transsexuellengesetz, wurde aber bereits vom Bundesverfassungsgericht 2011 für nichtig erklärt.

Damit nun aber nicht die Bezahlung von geschlechtsangleichenden Operationen durch die Krankenkassen abgelehnt werden kann, muss eine Ersatzdiagnose für die bisherige „Transsexualität“ in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) aufgenommen werden. Denn nur in der ICD aufgeführte Krankheiten dürfen von Ärzten abgerechnet werden und für viele Transpersonen sind geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen unbedingte Voraussetzung für das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit.

Darum ist in der Neufassung des DSM 5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) anstatt der einstigen Diagnose „Transsexualität“ nun die neue Diagnose „Gender Dysphoria“ aufgenommen worden. Damit soll die empfundene Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht „entpsychopathologisiert“ und gleichzeitig am krankheitswertigen und somatische Maßnahmen rechtfertigenden Leidensdruck festgehalten werden. Beim ICD wird dafür beispielsweise die Diagnose „Geschlechtsinkongruenz“ vorgeschlagen.

Der LSVD meint: „Gleichgültig auf welche Formulierung man sich beim ICD einigt. Sie muss so lauten, dass die Krankenkassen weiter verpflichtet bleiben, die Kosten von geschlechtsangleichenden ärztlichen Behandlungen zu übernehmen.“

Statement des Weltärztebundes

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LSVD

Written by Maik Friedrich

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