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Griechenland erlaubt eingetragene Lebenspartnerschaften für Homosexuelle

Als einer der letzten EU-Staaten hat Griechenland heute die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle beschlossen. Die Gesetzesänderung beende laut Ministerpräsident Alexis Tsipras eine Praxis der „Rückständigkeit und Schande“, wie der Politiker in einem Interview betont.

193 von insgesamt 249 Anwesenden haben in der Nacht zu Mittwoch im griechischen Parlament in der Hauptstadt Athen die eingetragene Lebenspartnerschaften für Homosexuelle gebilligt. Gegenwind gab es im Vorfeld von konservativen Politikern sowie der griechisch-orthdoxen Kirche.

Griechenland war eines der letzten Mitgliedstaaten der Europäischen Union, das weder Lebenspartnerschaften, noch die Ehe für Homosexuelle zuließ. Adoptionen durch Homo-Paare sind nach wie vor verboten. Trotzdem sei der heutige 23. Dezember für Ministerpräsident Alexis Tsipras ein „wichtiger Tag für die Menschenrechte“ gewesen, wie er sagt.

Kommunisten und Nazi-Partei gegen eingetragene Lebenspartnerschaften

Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) stimmte gegen das Gesetz, das Homosexuellen mehr Rechte bringt. Ihr Sprecher Ioannis Giokas warf der Regierung Heuchelei vor. So habe Ministerpräsident Tsipras seine Entscheidung für eingetragene Partnerschaften unter anderem damit begründet, den Partnern den Zugang zu Renten zu ermöglichen. Diese seien aber im Zuge der Kürzungspolitik Griechenlands ohnehin schon eingefroren worden.

Auch die Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“ monierte den Gesetzesbeschluss. Politiker der Partei fragten, ob demnächst auch Ehen zwischen Menschen und Ziegen geschlossen werden könnten, wenn andere Länder dies vormachten. Die Neonazi-Partei nimmt damit vermutlich Bezug auf ein Gerichtsurteil der EU von 2013, das sowohl Österreich als auch Griechenland zur Einführung von gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften ermahnte.

2008 konnten Homosexuelle in Griechenland für kurze Zeit heiraten

2008 hatten homosexuelle Paare schon einmal eheliche Gemeinschaften in Griechenland begründen können, doch lang hielten diese Bündnisse nicht an und wurden schließlich gesetzlich annulliert. Möglich machte die Eheschließungen damals ein Beschluss des Parlaments, welcher „Liebe als Passion“ erklärte, die nicht allein Heterosexuellen vorbehalten werden könne.

Ein bereits 1982 verabschiedetes Gesetz, das die Ehe als eine „Verbindung zwischen zwei Menschen“ definierte und kein spezielles Geschlecht für die Eheleute vorgab, war damals der Hintergrund. Vor allem die Kirche war es, die sich für die Annullierung der 2008 geschlossenen Ehen einsetzte, welche rund ein Jahr später auch erfolgte.

Die letzten „schwarzen Flecken“ auf der EU-Karte

Es gibt nur noch wenige Länder in der westlichen Welt, die Homosexuellen keinerlei Möglichkeiten geben, ihre Liebe vor dem Gesetz zu bezeugen. Am stärksten sträubt sich seit Jahren das katholische Italien gegen die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften.

Keine Anerkennung vor dem Gesetz erfahren Homo-Paare außerdem in den meisten Ländern des Balkans, mit Ausnahme von Ungarn, Tschechien und der Slowakei, welche die Möglichkeit der eingetragenen Lebenspartnerschaft bieten.

Featured Image: flickr.com/Ira Gelb/CC-BY 

 

Written by Franziska Werner

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