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Lesben und Schwule auf Reisen leben gefährlich!

Auch in diesem Jahr lohnt sich ein Blick in den vom Berliner „Bruno-Gmünder-Verlag“ editierten „Spartacus“, dem Reiseführer für

Homosexuelle. 138 Reiseländer listet der „Spartacus“ 2013 auf, und das Buch ist dabei nicht nur für Lesben und Schwule interessant. Nein, der Guide kann allen dabei helfen, die einen Einblick haben wollen auf den Grad der Toleranz, der in dem jeweiligen Land herrscht, in das man reisen will.  Da ist es eine gute Tradition, dass der „Spartacus Gay Travel Index“ detailliert und gut recherchiert auflistet, welche Einreisebeschränkungen es gibt, wie die Gesetzeslage insgesamt ist  und welche religiösen Einflüsse eine besondere Rolle spielen. An letzter Stelle jeglicher Toleranz – wen wundert´s – steht an 138. Stelle der Iran, wo Menschen bereits dann öffentlich auf Marktplätzen oder gar in Stadien gesteinigt und hingerichtet werden, wenn auch nur der Verdacht besteht, dass sie homosexuell sind. Auf dem Platz zuvor, dem 137. also, steht eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen in Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort gilt die „Scharia“, die ebenfalls die Todesstrafe für Lesben und Schwule vorsieht. Der „Spartacus“ warnt auch vor Reisen nach Russland und Jamaica, dort herrsche eine massive homophobe Grundstimmung. Nach Russland sollte man den „Spartacus“ beziehungsweise schwule Magazine keinesfalls mitnehmen, da dort inzwischen auch „der Besitz und die Verbreitung von schwuler Propaganda“ strafrechtlich verfolgt wird. Deutschland liegt übrigens in der Toleranz von Lesben und Schwulen  gerade einmal auf Platz 12 (hinter Holland und Schweden), was wohl an der Haltung der schwarz-gelben Bundesregierung gegen die Homeehe bzw. gegen die grundsätzliche Gleichstellung homosexueller Menschen mit Heterosexuellen liegen dürfte.

Bild: © flickr.com/Amir Farshad Ebrahimi

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher. Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

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