Adoptionsrecht
in

Bernd Schlömer: Die Ehe für vielfältige Partnerschaften öffnen

Lange ist es nicht mehr bis zur Bundestagswahl am 22. September 2013. Die Redaktion hat in den vergangenen Tagen die Spitzenpolitiker und queerpolitischen Sprecher aller relevanten Parteien gebeten, drei Fragen zu beantworten. Fragen, die so formuliert sind, dass man auf sie nicht mit verbalen Leerhülsen antworten kann. Wir werden täglich die eingehenden Antworten veröffentlichen, Ihr könnt Euch so ein Bild machen davon, welche Partei am ehesten und vor allem am glaubwürdigsten queere Interessen in den Parlamenten vertritt.

ich

© Piratenpartei

queerpride.de: Wenn eine homosexuelle Frau bzw. ein homosexueller Mann Sie fragen würde, warum sie/er Ihre Partei wählen soll – was würden Sie antworten?

Bernd Schlömer: Wir gehen immer einen Schritt weiter voran als andere Parteien, auch wenn es vielleicht schwierige Debatten auslöst. Wir wollen bestehendes infrage stellen. So fordern wir in unserer Familien- und Geschlechterpolitik die Gleichstellung aller Lebensgemeinschaften, egal in welcher Konstellation. Im Mittelpunkt soll stehen, ob Menschen in ihren Familienmodellen füreinander eintreten wollen. Allein dieses Kriterium sollte im Mittelpunkt der Förderung stehen und nicht allein die traditionelle Vorstellungen von einer monogamen Ehe.

Benennen Sie bitte ein, zwei markante Erfolge, die Ihre Partei im
Deutschen Bundestag beziehungsweise in den Parlamenten der Länder für homo-und transsexuelle Menschen erzielen konnte!

Im Bundestag sind wir ja noch nicht vertreten. Die Schwerpunkte auf der Länderebene lagen in den Bereichen Bildung, Transparenzförderung, Mitbestimmung bzw. Förderung von Beteiligung der Bürger. Hiervon profitieren auch homo- und transsexuelle Menschen, denn die Piratenfraktionen haben zugesagt, Anliegen und Anträge von Menschen an die Parlamente zu befördern. Also, nur Mut: Stellt eure Fragen an die Politik! Mischt euch ein.

Mit Blick auf die kommende Wahlperiode nach dem 22. September 2013: Was konkret wollen Sie in vier Jahren für die Homo- bzw. Transsexuellen in Deutschland erreicht haben beziehungsweise welche Ziele verfolgen Sie?

Wir wollen uns für die vollständige rechtliche Gleichstellung sämtlicher Lebensgemeinschaften einsetzen. Der Begriff der „Ehe“ soll durch die „eingetragene Lebenspartnerschaft“ ersetzt werden und für vielfältige Partnerschaften geöffnet werden. Dazu zählt auch, dass der Wunsch, eine Familie zu gründen und für eigene Kinder Verantwortung übernehmen zu wollen, nicht an klassichen Familienbildern festgemacht wird.

Unser voriges Interview mit Marcus Kreft: Wir kämpfen um das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare

Written by Steffi Boehm

Marcus Kreft: Wir kämpfen um das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare

Greg Louganis

Greg Louganis über sein Leben mit Aids