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Kein Bauchgefühl mehr: Angela Merkel offen für Ehe für alle

Seit dem letzten Bundestagswahlkampf beklagen wir das „Bauchgefühl“ der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie tat sich bisher schwer mit diesem Thema. Auf einer Veranstaltung der Frauenzeitschrift „Brigitte“ reagierte Merkel nun auf Nachfrage mit neuen überraschenden Worten:

Sie wünsche sich eine Diskussion, die «eher in Richtung einer Gewissenentscheidung geht». Auch CSU-Chef Horst Seehofer hatte sich heute ähnlich geäußert und damit für viel Spott gesorgt. Laut Deutscher Presse-Agentur hatte Merkel mit Seehofer sich zu diesem Thema dahingehend abgestimmt.

Die Grünen hatten vor einer Woche auf ihrem Parteitag auf Druck von Volker Beck die Ehe für Alle zur Koalitionsbedingung gemacht. FDP und SPD folgten in den letzten Tagen mit ähnlichen Ankündigungen in der gleichen Richtung. Auch die Linke fordert die Ehe für alle.

Merkel betonte, sie habe zur Kenntnis genommen, wie jetzt alle Parteien außer der Union zu dem Thema stünden. Die Alternative für Deutschland komme als Koalitionspartner nicht in Frage.

Richtig deutlich wird Merkels jetzigen Vorgehen durch weitere Aussagen dazu. So sei sie «bekümmert», dass die sehr individuelle Frage Gegenstand von «Parteitagsbeschlüssen und plakativen Dingen» sei. Merkel wird damit eine Gewissensentscheidung freigeben im Parlament. Laut ihrer Formulierung die Union «anders darauf reagieren».

Auch betonte Merkel, sie wünsche sich, trotzt des Wahlkampfes eine Diskussion mit Respekt und Achtung. Sie spielte damit auf den Umgang mit kirchlich gebundenen Menschen an.

Interessant war eine weitere Aussage der Bundeskanzlerin. Danach finde sie es seltsam, dass in der Koalition mit der SPD in vier Jahren darüber nicht richtig gesprochen worden sei und es «plötzlich holterdiepolter» vorgehen solle. Aus Sicht der SPD klang dies bisher anders.

Aber auch zum Thema Adoption äußerte sich Merkel. So ging es um ein «einschneidendes Erlebnis» aus ihrem Wahlkreis. Sie sei von einer lesbischen Frau eingeladen worden, ihre Partner und die acht Pflegekindern zu besuchen.

Merkel sagte, wenn das Jugendamt einem lesbischen Paar acht Pflegekinder anvertraue, dann könne der Staat nicht mit dem Kindeswohl gegen Adoptionen argumentieren.

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