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Diskriminierung und Homophobie: Broder hat die Lizenz zum Nerven

Homophobie und Diskriminierung: VIele wollen es nicht wahrhaben...
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Diskriminierung und Homophobie: Henryk M. Broder hat die Lizenz zum Nerven. Das zeigt sich mal wieder an einem Beitrag, den er heute in der „Welt“ publiziert. queerpride.de nervt in einem Kommentar zurück.

Was Henryk M. Broder und Matthias Matussek gemeinsam haben: Keine Ahnung!

Wenn sich Publizisten auf einem Feld bewegen, von dem sie eigentlich keine Ahnung haben, dann kommt nicht selten Müll raus. Das zeigt sich seit Monaten schon bei Matthias Matussek, der, nachdem er mal wieder irgendwelchen Quatsch über Homosexuelle abgesondert hat, Anwürfen auf ihn mit der „Erkenntnis“ begegnet, er sei wohl homophob. In dieselbe Kerbe haut heute Henryk M. Broder, der sich in der Tageszeitung „Die Welt“ über Diskriminierung auslässt. Er schreibt nicht etwa, dass Diskriminierungen immer etwas Fürchterliches sind, sondern er gibt sich dem kläglichen Versuch hin, Diskriminierungen in schlimm und weniger schlimm einzuteilen. „Wer schützt eigentlich uns alte weiße Männer?“ fragt Broder bereits in der Überschrift, und wer meint, dass nun eine vergnügliche Glosse folgt, die man nicht so bierernst nehmen sollte, der irrt. Es zeigt sich eher, dass Broder ein alter weißer Mann ist, der manche Sinne nicht mehr beisammen zu haben scheint. Auf jeden Fall wird einmal mehr klar: Henryk M. Broder hat die Lizenz zum Nerven.

Das Gejammer des Henryk M. Broder ist kaum auszuhalten!

Schon im Vorspann zu seinem Beitrag wird klar, um was es ihm wirklich geht: „Wer fragt, ob lesbische Paare Kinder bekommen sollten, wird umgehend von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes abgemahnt.“ Das ist zwar hanebüchener Unsinn, was der 1946-er da schreibt, doch wäre es prima, wenn eine Antidiskriminierungsstelle das im beschriebenen Fall wirklich tun würde. Hiernach fängt Broder rasch an zu jammern: „Über mich und meine Altersgenossen darf hingegen jeder ungestraft lästern.“ Wie bitte? Wer lästert über alte weiße Männer wie Broder? Was meint der Mann eigentlich? Und wo wurde denn über alte Menschen gelästert? Meint er vielleicht die Kritik, dass in punkto Rente die Umsetzung des sogenannten Generationenvertrages nicht nur einseitig eine Angelegenheit junger Leute sein kann, sondern auch die Rentner eine Verantwortung haben, damit die Jugend auch noch auf eine Rente bauen kann?

Diskriminierung und Homophobie: Was will Broder eigentlich?

Fragen über Fragen, denen Broder mit blöden Geschichten begegnet, die er als 12-jähriger Bub mal erlebt hat. Wie dem auch sei: Dass es Diskriminierung und Homophobie gibt, ist ein Fakt, doch in seinem entbehrlichen Beitrag versucht Broder, Homophobie zu verwässern und kommt irgendwann wie weiland sein Geistesbruder Matussek oder seine Geistesschwester Eva Herman zu der blödesten der blöden Schlussfolgerungen: „Mir scheint (…), dass man automatisch in den Verdacht der Homophobie gerät, wenn man sich als Hetero outet.“ Der Rest des Textes stellt dann den verzweifelten Versuch des Verfassers dar, sich als politisch inkorrekt zu präsentieren, was ja eine Lebensaufgabe von Broder zu sein scheint, und was er nach dem Motto Keiner fragt, Broder antwortet! landauf, landab penetrant betont. Damit eines mal klar ist: In Deutschland und weltweit werden Homosexuelle im öffentlichen Raum regelmässig diskriminiert und verprügelt. Bei alten weißen Männern wie Broder ist dergleichen nicht bekannt. Insofern besteht bei alten weißen Männern nach bisherigem Erkenntnisstand auch keinerlei Handlungsbedarf. Es steht allerdings zu bezweifeln, ob Broder dies wirklich irgendwann einmal begreifen wird, und sollte er nun diesen Text als Diskriminierung eines alten weißen Mannes einstufen sollte, dann sei’s drum!

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

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