© Free Creative Commons /CC-BY-SA 2.0
in

In Österreichs ÖVP ist man bei der Homo-Politik uneins

In der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) ist man offenbar uneins darüber, wie man in Sachen Verbesserung der Homosexuellenrechte vorgehen soll. Michael Spindelegger, der Mann ist immerhin ÖVP-Bundesparteiobmann und Vizekanzler, spricht sich für eine offene Haltung bei den angelaufenen Gesprächen mit dem Koalitionspartner SPÖ über Änderungen der Rechte von Homosexuellen aus. Allerdings scheint es sich dabei um einen unabgesprochenen Alleingang zu handeln, und erste Kritik wird laut. So befürchtet man an der ÖVP-Basis, traditionell konservative Wähler könnten bei der anstehenden Europawahl in zehn Tagen ihre Stimme anderweitig vergeben. Da verwundert es nicht, dass bei Parteifunktionären vom Kopfschütteln bis hin zum totalen Unverständnis alles dabei war, zumal am letzten Wochenende die ÖVP-Spitze intern genau das Gegenteil von dem beschlossen hatte, was Spindelegger will. Nämlich bei Fragen wie Namensrecht, Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare und künstliche Befruchtung auf die Bremse zu treten. Dabei haben sie – natürlich – die Katholische Kirche auf ihrer Seite. Der für die Familien zuständige St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng sprach von „besorgniserregenden Entwicklungen“ und erteilte den Adoptionsplänen der SPÖ eine klare Absage. Die österreichischen Sozialdemokraten lassen sich davon aber nicht beeindrucken und fordern baldige Entscheidungen (queerpride.de berichtete).

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

Stonewall-Aus: LAG QueerGrün sieht Erfolg der Community

Belgian Pride in Brüssel