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Bischöfe warnen vor Homo-Ehe und empfehlen indirekt CDU/CSU

Die Deutsche Bischofskonferenz warnt in einem sogenannten „Hirtenwort“ vor der Homo-Ehe und wirbt indirekt dafür, CDU/CSU zu wählen. Der Brief wird am Wochenende in allen deutschen katholischen Kirchen verlesen.

Das Hirtenwort richtet sich naturgemäß an die Schafe in der Katholischen Kirche, die Gläubigen also. Es ist ein mächtiges Instrument und soll dafür sorgen, dass zum einen die wesentlichen Positionen der Kirchenführung in bestimmten Fragen deutlich wird, zum anderen sollen die Christen mit dem Brief eine Art Argumentationskompass erhalten.

Das, was im aktuellen Hirtenwort steht, ist starker Tobak. Man könnte es in drei Punkten so zusammenfassen: Die Katholische Kirche mischt sich aktiv in den Bundestagswahlkampf ein, sie ignoriert Urteile des Bundesverfassungsgerichts und empfiehlt mehr oder weniger direkt, CDU/CSU zu wählen. Die Gleichstellung von homosexuellen mit heterosexuellen Lebensgemeinschaften betrachten die Bischöfe „mit Sorge“.

Es dürfe nicht sein, „dass es politische Bestrebungen (gibt), den Ehebegriff auf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften auszuweiten.“ Auch wird in dem Hirtenwort von einer „Angst vor (dem) Aussterben“ der Menschen gewarnt. Alles das begründet die Katholische Kirche mit dem besonderen Schutz der Ehe, der in der deutschen Verfassung verankert ist.

Dass erst kürzlich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe geurteilt hat, dass aus diesem Verfassungsgrundsatz keine Diskriminierung von Homosexuellen abgeleitet werden dürfe, übergeht die Katholische Kirche in ihrem Hirtenwort.

Die katholischen Priester sind angewiesen, das Hirtenwort den Gläubigen zu übermitteln. Entweder durch das Wort in Form einer Predigt, oder durch ausgelegte Kopien. Ablehnen können die Priester die Verkündigung nicht.

Bild: Richard Huber /CC-BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

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