in

Körpereinsatz gegen das russische Anti-Homo-Gesetz

Mit Körpereinsatz und nackter Haut senden Studenten und Mitarbeiter der Uni Flensburg kleine gleichgeschlechtliche Grüße gegen das „Homosexuellen-Propaganda“-Gesetz nach Sotschi.

„Das war schweinekalt, frühmorgens an der Ostsee“, sagt Samuel Kober. Fünf Studenten der Uni Flensburg trafen sich am Ostseebad „bei gefühlt minus zehn Grad“, und stellten sich nackt auf den Steg der ins Meer hinausgeht und in Richtung Osten zeigt.
Sie wollten Fotos machen, Fotos gegen die Anti-Homo-Politik Russlands. „Unsere Uni hatte per Mail nach Ideen gesucht, um gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Russland zu protestieren“, erzählt Samuel.

Im Sommer des vergangenen Jahres hat Russland ein Gesetz unterzeichnet, welches sich gegen homosexuelle Propaganda richtet. Dies hatte für heftige internationale Kritik gesorgt, auch im Hinblick auf die aktuell stattfindenden olympischen Spiele im russischen Sotschi. Als Zeichen gegen die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten in Russland hat die Universität in Flensburg eine besondere Aktion gestartet. Jeden Tag, während der olympischen Spiele, veröffentlicht sie auf ihrer Webseite ein optisches Statement von Studenten und Mitarbeitern der Hochschule – als politische Positionierung gegen den Umgang mit Minderheiten in Russland und als „Bekenntnis zum Recht, zu lieben, wen man will“.

„Die Universität Flensburg hat sich in ihrem Leitbild auf Vielfalt und Gerechtigkeit und damit auf Toleranz verpflichtet“, erzählt Werner Reinhardt der Präsident der Universität Flensburg. „Wir treten ein für das Recht auf individuelle Lebensentwürfe.“ Gerade weil man an der Uni die Antidiskriminierungspolitik der EU unterstützen möchte, hat man sich entschieden diesen Aufruf zu starten. Selbst der Uni-Präsident beteiligt sich mit einem Bild, er lässt sich zwischen Büchernstapel von schwulen Autoren ablichten.

Bild: © Universität Flensburg

SPD und CDU wollen Verein „Berliner CSD e. V.“ entmachten

Einmalig: Parteiübergreifend harte Kritik am „Berliner CSD e. V.“