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Katholische Kirche und Homosexualität: Gedöns!

In regelmäßigen Abständen äußern sich Papst Franziskus und sein Personal zur Homosexualität. Das meiste davon ist rhetorisches Gedöns.

Das rhetorische Gedöns von Franziskus & Co.

Man kann es gerne auch so formulieren: Keiner fragt, die Katholische Kirche antwortet! Doch antwortet sie bei näherer Betrachtung in keinem einzigen Fall auf eine Art und Weise, die ein wirkliches Umdenken erkennen ließe. Ein Hauch von Toleranz, dabei vollkommene Abwesenheit von Akzeptanz. Was zum Beispiel soll man mit der aktuellen Aussage von Kardinal Reinhard Marx anfangen, wonach nicht alles, was Homosexuelle tun, negativ betrachtet werden dürfe? Das ist nett, aber mehr ist es nicht. Im Gegenteil: Marx‘ Haltung zeugt von einer Gönnerhaftigkeit, um die Homosexuelle erstens nicht gebeten haben, und die sie zweitens mit Fug und Recht ablehnen. Zu alledem kommt hinzu, dass es den Großteil der LGBT wenig bis gar nicht juckt, was katholische Würdenträger zu ihrer Sexualität zum Besten geben, warum auch? Die aber, die es juckt, stellen berechtigte Fragen. Sie gehen in die Tiefe und decken im Ergebnis schnell auf, dass fast alles, was Franziskus & Co. so verbreiten, rhetorisches Gedöns ist.

Franziskus ist nicht fortschrittlich!

So wird der sexuelle Akt gleichgeschlechtlicher Paare weiterhin abgelehnt, ja verurteilt. Was sonst könnte Marx meinen, wenn er Journalisten in ihre Blöcke diktiert, man dürfe Homosexuelle nicht nur mit Blick auf ihren Geschlechtsverkehr bewerten? Und im übrigen sind Homosexuelle für die Katholische Kirche weiterhin nur dann einigermaßen brave Homosexuelle, wenn sie treu sind. Untreue Heteros sind offenbar kein Thema für Marx. Was bei alledem das Schlimmste ist: Dieser Papst, der seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren mit zum Teil lächerlichen Interviewäußerungen allzu gerne Hoffnungen nährt, welche indes bisher in keinem einzigen Fall auch nur ansatzweise erfüllt worden sind, entlarven ihn. Dieser Mann ist nicht fortschrittlich, er ist ein Schwätzer. Man mag sich über Benedikt XVI. und seinen Vorgänger Johannes Paul II. geärgert haben. Bei denen wusste man aber wenigstens, woran man war.

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

Kaum Neues: Homosexualität und Kirche

Spaniens König Felipe auf der Titelseite eines Gay-Magazins