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Das Leben nach „The L-Word“ – „Lip Service“ als schottische Antwort auf den Kult aus Übersee

Hand aufs Herz, wer unter Euch Mädels vermisst die Truppe um Shane, Bette, Tina, Alice oder auch Jenny und Helena nicht? Was ist mit Dana, Carmen, Dylan oder Max?

Sechs ganze Staffeln durften wir mitfiebern, mitlachen, mitweinen und dann war Schluss. ABER The L-Word hat uns den größten Meilenstein amerikanischer Fernsehgeschichte gesetzt und den Weg für weitere Serien dieser Art geebnet. Nun kommt das nächste Schmankerl allerdings von den Inseln zu uns herüber geschwappt und zeigt uns, ja, es gibt sie noch – ansehnliche Lesben in der TV-Landschaft. Lip Service ist zwar unverkennbar angelehnt an das amerikanische Vorbild, zieht jedoch im Verlauf eigene Stränge und statt High Society erleben wir hier „lediglich“ Gutbürgertum – in Glasgow. Und wie sollte es auch anders sein, die Serie kommt natürlich nicht ohne eine ordentliche „Shane“ aus. Nur heißt sie nun Frankie.

Und darum geht’s:

„Ein Anruf reißt Frankie jäh aus ihrem Alltag als Fotografin in New York und führt sie zurück ins schottische Glasgow. Dort hat sie vor zwei Jahren mit der rabiaten Trennung von Cat einen Scherbenhaufen hinterlassen. Cat wiederum meint endlich über die Sache hinweg zu sein und wagt ein Blinddate mit der Kriminalbeamtin Sam. Das verhängnisvolle Beziehungsdreieck und ein dunkles Familiengeheimnis um Frankies Herkunft stehen im Mittelpunkt der BBC-Soap.

Frankies alter Freundeskreis indes hat auch einiges an erotischen Verwicklungen zu bieten: Tess angelt sich einen Talkshow-Star, Frauenheld Jay sitzt in der Spießerfalle und Ed erhofft sich Chancen, wo eigentlich keine sind. Lügen und Geständnisse, Situationskomik und Sex, Sex, Sex – im Studio, im Bestattungsinstitut und unterm Bett: Lip Service hat alles, was eine lesbische Kultserie braucht!“

Nach nur zwei Staffeln wurde die Serie von der BBC eingestampft, was jedoch kein Grund sein darf(!), die nun auch in Deutschland erschienen DVD-Boxen (englische OV mit dt. Untertiteln) zu verschmähen. Denn die Serie ist es wirklich wert, an einem verregneten Wochenende mit FreundInnen genossen zu werden. Schließlich gibt es viel zu sehen, zu lachen und vielleicht auch zu weinen – und im Nachhinein mit Sicherheit auch viel zu bereden.

Für alle Unschlüssigen, die Juli/August-Ausgabe der L.Mag hält die ersten beiden Folgen der ersten Staffel bereit. Reinschauen lohnt sich auf alle Fälle.

Bild: © PRO-FUN MEDIA

Written by Steffi Boehm

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