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Homophobie im Poker

Jason Somervilles Karriere geht ist derzeit ein einziger Weg nach oben. Der professionelle Poker-Spieler gewann bis jetzt über drei Millionen Dollar in diversen Live-Turnieren.

Das ganze konnte auf seinem Twitch-Kanal von unzähligen Fans beobachtet werden und auch auf Twitter-bekommt er von Tag zu Tag mehr Follower. Doch er gehört zu einer Minderheit in diesem Spiel. Denn er ist derzeit der einzige männliche Profi-Pokerspieler der bekanntermaßen homosexuell ist.

Er outete sich in einem persönlichen Blog-Eintrag zu diesem gehüteten Geheimnis. Doch warum fällt es ihm schwer sich zu öffnen. Von außen scheint es keinen Grund zu geben, warum die sexuelle Orientierung relevant bei einem Sport ist, der 0% Körperkontakt hat. Was oftmals ein Grund für die Verunsicherung bei nicht homosexuellen Mitspielern ist.

Tatsächlich ist es aber wohl immer noch ein Problem, dass offensichtliche nicht-hetero Männer im Poker noch wenig Beliebheit genießen. Dies ist der alten Mentalität zu schulden, dass die weltliche Standardansicht besagt Frage nichts und sage nichts. Hinzukommt, dass viele weitere verborgene homosexuelle Spieler nicht genug inspiriert sind, um sich nach einem Outing eines Kollegen nun auch zu trauen.

So bleibt ein Nachholbedarf durch Aufklärung und Ansprache des Themas. Unter hunderten männlicher Profi-Spieler wird sich mehr als nur ein Homosexueller befinden. Doch die Angst vor etwaigen Folgen hält viele zurück.

Das „Poker Face“ steht auch für kühle emotionslose Spieler und hat einen klaren Vorteil gegenüber jenen gefühlsbetonten Spielern. Das Klischee des Schwulen passt nicht in das Weltbild dieser Welt. Umso härter trifft einen dann die Tatsache, dass dieser Homo die eiskalten Heterojungs abgezockt hat. Entgegen der Erwartungen nach Respekt kommt es eher zu Aggression gegen den täuschenden schwulen Menschen.

Der online Poker kennt das Problem nicht. Man ist anonym und es spielt keine Rolle wer mitspielt oder wer man ist. Das Angebot ist individualisierbar und es stört niemanden wenn die Slots homoerotische Themen haben. Doch wollen nicht alle ins online Milieu flüchten.

Leider ist aber das Ambiente vieler Casinostädte immer noch auf Heteros ausgelegt. Strip-Clubs und andere Lasterhafte Orte paaren sich mit den Spielhallen. Frauen tragen Kleider und Männer Anzüge. Die feine nicht homosexuelle Gesellschaft trifft sich hier.

Nach altem Klischees ist Poker ein Spiel in der Herren-Zigarren-Lounge und Frauen sind erlaubt. Das trifft homosexuelle Frauen doppelt. Auf die geoutet setzt manch einer dann Wetten, und hofft das seine Klische von der Unfähigkeit erfüllt werden. Das Outing führt also zu weiterer Häme, die es den Menschen, die den Mut haben sich zu äußern, es noch schwerer macht.

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