Eine Äusserung von Papst Franziskus (Foto), die Homo-Ehe stelle einen „anthropologischen Rückschritt“ dar, ist vom religionspolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Beck, heftig kritisiert worden.
Die Anthropologie ist eine Wissenschaft, die sich mit der körperlichen, geistigen und gesellschaftlichen Entwicklung beschäftigt. Beck wertet diese Haltung des Pontifex als einen „theologischen Rückfall vor das zweite vatikanische Konzil“. Von 1962 bis 1965 befanden sich auf Einladung des damaligen Papstes Johannes XXIII. im Rahmen dieses Konzils Bischöfe und Kardinäle in Rom, um weitreichende Reformen in der Katholischen Kirche vorzunehmen. Papst Franziskus soll diese Äusserung vom anthropologischen Rückschritt während einer Privataudienz mit dem Weihbischof von Malta, Charles Scicluna, gemacht haben, als die beiden über die Pläne der maltesischen Regierung sprachen, die Homo-Ehe in dem kleinen Land einzuführen. Die Quelle ist der Bischof selbst, und neu ist das übrigens nicht. Schon 2010 wertete der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Bergoglio, die gleichgeschlechtliche Ehe als „anthropologischen Rückschritt“. Beck sagte weiter, die Haltung des Papstes sei „umso bedauerlicher, weil viele von dem neuen Papst mehr Respekt für Lesben und Schwule durch die Kirche erhofft haben.“ Doch verfolge die Katholische Kirche offenbar weiterhin „eine diskriminierende Sexuallehre“.
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