Zum siebten Mal in Folge lädt der Verein Quarteera e.V. zu der Marzahn Pride am 20. Juni 2026 ein. In diesem Jahr lautet das Motto “Sichtbarkeit ist Widerstand” und ist eine Antwort auf den Anstieg queerfeindlicher Gewalt in Berlin, dem anhaltenden Rechtsruck und die Bedrohung, die damit speziell für queere Geflüchtete und Migrant*innen einhergeht.
Viele LSBTIQ* Geflüchtete und Migrant*innen sind aus Ländern geflüchtet, in denen queere Rechte eingeschränkt sind, in denen sie massiv angefeindet und teils staatlich verfolgt werden. Berlin gilt für viele queere Menschen als ein Zufluchtsort, in dem sie frei, selbstbestimmt und offen leben können.
Queerfeindlichkeit auch in Berlin zunehmend ein Problem
Bereits das vergangene Jahr war von zunehmender Queerfeindlichkeit und einer wachsenden Gewaltbereitschaft rechter Gruppierungen im öffentlichen Raum geprägt.
Pride-Veranstaltungen wurden immer wieder von rechtsextremen Gruppen bedroht oder angegriffen. Auch gegen die Marzahn Pride im Jahr 2025 hat die rechtsextreme Gruppierung “Deutsche Jugend Voran” eine Demonstration angemeldet. Zudem begleiteten rechtsextreme “Blogger” die gesamte Route der Pride und filmten die Teilnehmenden – eine Methode, die einschüchtern soll und zum Ziel hat, queere Sichtbarkeit aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen.
Von Sichtbarkeit und Gleichberechtigung
Sichtbarkeit darf keine Frage des Wohnorts sein. Queere Menschen müssen in allen Teilen Berlins sicher und sichtbar leben können, sowohl innerhalb des Rings als auch in den sogenannten Außenbezirken. Sichtbarkeit bedeutet darüber hinaus, gehört zu werden, gesellschaftliche Debatten mitzugestalten und bei politischen Entscheidungen berücksichtigt zu werden. Gefährdet sich aktuell speziell gemeinnützige Vereine, die von Fördergeldern abhängig sind, um wichtige Angebote für die Community weiterhin anbieten zu können. Dazu zählen wichtige Communityräume und Veranstaltungen, Bildungsformate und unabhängige Beratungsangebote. Letztere sind mit den anhaltenden Migrationsverschärfungen unabdingbar, um diejenigen zu unterstützen, die vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland flüchten mussten und hier um ihren Schutzstatus bangen.
Die Marzahn Pride soll einen Raum für alle bieten, die sich gegen diese Entwicklungen stellen wollen – ob Queers, Verbündete, Vereine, Initiativen, Menschen aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Die Organisator*innen rufen dazu auf, sich kreativ und bunt an der Marzahn Pride zu beteiligen und damit ein Zeichen für queere Rechte, Freiheit und Gleichberechtigung zu setzen.
Infos zur Marzahn Pride:
Datum: 20. Juni 2026
Versammlungsbeginn ist um 11:30 Uhr am S-Bahnhof Springpfuhl an der Allee der Kosmonauten. Start der Marzahn Pride ist um 12:00 Uhr.
Das anschließende Straßenfest findet traditionell auf dem Victor-Klemperer-Platz ab 13:30 Uhr statt. Offizieller Programmbeginn ist um 14:00 Uhr.
Mehr Informationen auf https://www.marzahn-pride.de/de/
Quarteera e.V. setzt sich als queermigrantischer Verein seit 2011 für die Rechte von LSBTIQ* Geflüchteten und Migrant*innen ein, die aus Osteuropa, Zentralasien oder dem Kaukasus nach Deutschland gekommen sind. Neben zwei, in Berlin-Mitte und Berlin Marzahn-Hellersdorf ansässigen Community Zentren, bietet die Beratungsstelle von Quarteera e.V. asyl- und aufenthaltsrechtliche, soziale und psychosoziale Beratungen an. Seit 2020 organisiert der Verein die Marzahn Pride in Marzahn-Hellersdorf.