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Rückblick auf das CSD-Wochenende

Am vergangenen Wochenende feierten mehrere Städte ihren Christopher Street Day. Dabei ging es vor allem bunt und fröhlich zu, aber auch politische und gesellschaftliche Forderungen kamen nicht zu kurz. Hier findet ihr eine kleine Übersicht über einige der Paraden der letzten Tagen.

Pride in Hamburg

Der Hamburger CSD überragt alle anderen allein schon durch seine Größe. 150.000 Besucher zählte die Polizei in diesem Jahr. Ein neuer Rekord für die Parade. Der Zug bestand aus 16 Fußgruppen, 15 Trucks, elf Privatwagen und einer Motorrad-Gruppe. Angeführt von der Drag-Ikone Olivia Jones zogen sie von St. Georg durch die Hamburger Innenstadt an die Binnenalster. Dort, am Jungfernstieg, fand auch das 3-tägige schwul-lesbische Straßenfest statt. Bei dem man nach der Parade und auch noch am Sonntag nach Lust und Laune bummeln, schlemmen, feiern und flirten konnte.

Bei all dem Jubel und Spaß kamen auch politische Inhalte zum Tragen. Die Demonstration wurde von dem Motto „Grenzenlos stolz – statt ausgegrenzt“ begleitet und immer wieder waren Plakate zu sehen , welche genau diese Botschaft vermittelten. Es wurde auf die Missstände in Ländern wie Russland und Uganda hingewiesen. Auf die vielen Länder in denen Homosexualität noch immer strafbar und teils sogar das Leben der Homo- und Transsexuellen gefährdet ist.

Seit 34 Jahren, also seit 1980 gehen Homosexuelle in Hamburg auf die Straße um für ihre Rechte und gegen Diskriminierung zu kämpfen.

CSD-Wochenende in Nürnberg

Unter dem Motto: „Gute Liebe – Schlechte Liebe? Wir lieben doch nicht anders!“ fand am Samstag der Nürnberger Christopher Street Day statt und dies bereits zum 17. Mal. Rund 1000 Teilnehmer zogen vom Berliner Platz in Richtung Jakobsplatz. Dort begann um 13 Uhr auch das Straßenfest, welches als Highlight ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit den Künstlern Elke Winter, Vanessa Negiert, Holger Edamer und Stephan Runge aufbot. Am Abend ging die Party schliesslich im Hirsch auf zwei Dance-Floors weiter.

Der Sonntag bot um 11.30 Uhr einen ökumenischer Gottesdienst mit Abendmahl in der St. Jakobs-Kirche. Ein weiters Highlight war um 14 Uhr der kostenlose Vortrag „Homosexualität bei den Simpsons“ von Erwin In het Panhuis im Künstlerhaus.

Der Ruhr-CSD in Essen

Der elfte Ruhr-CSD durch die Essener Innenstadt hat sich vor allem die Gleichberechtigungsfrage als Fokus gesetzt. Mehrere tausend Menschen unterstützten die Forderungen und nahmen an der Veranstaltung teil. Eröffnet wurde die Demo, die sogenannte „Kumpelparade“ der „Kohle-Prinzsessinen und Gruben-Kerle“, durch den Schirmherren, Oberbürgermeister Reinhard Paß. Dieser betonte bereits im Vorfeld: „Diskriminierung darf bei uns keinen Nährboden finden“

Un­ter dem Motto „Liebe. Leben. Queer im Revier!“ starteten die Teilnehmer am Hauptbahnhof und zogen dann durch die Fußgängerzone zum Pferdemarkt und anschließend über den Flachsmarkt auf den Kennedyplatz. Dort wurde am Abend der Bundestagsabgeordnete Kai Gehring (Grüne) mit dem CSD-Toleranzpreis, dem „Blütenfest-Award“, ausgezeichnet.

CSD-Neuling Bad Tölz

Zum ersten Mal mit einer eigenen Regenbogen-Parade vertreten: Bad Tölz. Veranstaltet vom SchuTz (Schwule und Lesben im Oberland e.V.) und unterstützt von den Schirmherren und -herrinnen Claudia Stamm, MdL und queer- und gleichstellungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Ralf Schaffelhofer, Bavarian Mr. Leather 2014 und dem Bürgermeister Josef Janker gelang ein erfolgreicher erster Christopher Street Day in der bayrischen Kurstadt.

„Überall in Bayern leben Menschen, die schwul, lesbisch oder transgender sind. Vielfalt ist gesellschaftliche Realität und die Gleichstellung von Menschen mit queeren Lebensformen eine Frage der Gerechtigkeit. Es wäre wünschenswert, wenn alle Menschen hier mit ihren unterschiedlichen Lebensformen zusammen leben können – selbstbestimmt, gleichwertig und geschätzt“, forderte Claudia Stamm.

Bei der Parade ab 16 Uhr waren zahlreiche Gruppen und Vereine aus dem Raum Bad Tölz und München vertreten: zum Beispiel das Sub, Lepra, die Münchner Philhomoniker, der Tanzsportverein “Lust”, der Sportverein “Team”, Rosa Alter und die Schwuhplattler.

VietPride, Fahrraddemo in Hanoi

Zur dritten LGBT-Fahradpridedemo in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi trafen sich am Sonntag rund 300 Teilnehmer. Ein jeder hatte sein Gefährt besonders geschmückt, teils mit Regenbogenflaggen, Blumen oder bunten Bändern. Trotz der strengen Regeln für Demonstrationen in Hanoi, gelang es den Veranstaltern bereits zum dritten Mal in Folge ihre Parade über eine Strecke von sechs Kilometer durchzuführen.

Viele weitere Paraden

Ebenfalls fanden unter anderem Pride-Paraden am vergangenen Wochenende in Stockholm, Amsterdam, Wiesbaden, Bonn und Neu-Ulm statt.

Written by Maik Friedrich

Gay Pride auf den Kanälen von Amsterdam

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