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Pride Parade in Budapest: 19 Botschafter und Google machen sich für Ungarn stark

In Budapest begann vergangenen Sonntag das 18. Gay Pride Festival, der krönende Abschluss ist die Parade am kommenden Samstag (6. Juli).

Die ungarische Parade ist in den vergangenen Jahren ein Sicherheitsrisiko gewesen, da es immer wieder Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und rechtsradikalen Gegendemonstranten gab. Auch das allgemeine Bild in Ungarn steht eher für Intoleranz gegenüber dem Thema Homosexualität.

Doch dieses Jahr findet die Parade außerordentliche Unterstützung von ausländischen Regierungen und Organisationen. 19 Länder nennen sich dieses Jahr Unterstützer der Veranstaltung. Australien, Österreich, Belgien, Kroatien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Island, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Slowenien und Schweden publizierten eine gemeinsame Erklärung, in der das Recht der freien, friedfertigen Äußerung noch einmal besonders betont wird und erinnerten die Regierung an ihre im Jahr 2011 eingegangene Verpflichtung durch Annahme der UN-Menschenrechtsresolution über die Gender-Identität und die sexuelle Orientierung. Die ungarischen Behörden werden gleichzeitig aufgefordert, zu gewähren, dass die „fröhliche Zusammenkunft“ nicht zerstört wird. Gemeint ist hier vor allem die extreme Gegenveranstaltung, die jedes Jahr von der Regierung zugelassen wird, und das, obwohl es jährlich zu den extremen Gewaltszenen führt. An der Gegendemo nehmen vor allem ungarische Neonazis, die „Neue Ungarische Garde“, illegaler Nachfolger der verbotenen „Ungarischen Garde“ aus dem direkten Umfeld der Parlamentspartei Jobbik, teil.

Doch nicht nur die Botschafter der jeweiligen Länder beteiligen sich unterstützend, auch zahlreiche ausländische Unternehmen zeigen ihre Toleranz. Vertretungen von Google, die Investmentbank Morgan Stanley, das Softwareunternehmen Prezi sowie das Übersetzungsbüro espell teilen sich einen Wagen. Die Teilnehmerzahlen gingen aus Angst vor Übergriffen in den letzten Jahren stetig zurück, die Veranstalter hoffen, dass sich durch die Partizipation aus dem Ausland die Angst bald in Luft auflösen könnte. Jedoch erweckt diese Teilnahme auch schnell den Anschein, dass man den Ungaren dieses Bild aufzwängen möchte. Letztlich bestand die Demo in den letzten Jahren auch vorrangig aus Aktivisten aus dem Ausland.

Bild: © Dukeofmartell/CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

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