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Iran: Boom bei Geschlechtsumwandlungen

Diese News mag auf den ersten Blick hin überraschend sein: Die meisten Geschlechtsumwandlungen finden ausgerechnet im Iran statt und werden dort gar von den Krankenkassen bezahlt. Es folgen Thailand und der Irak.

Aber eben nur auf den ersten Blick ist das erstaunlich. Homosexualität ist im Iran und Irak verboten und wird gar mit Prügel- und Gefängnisstrafen geahndet, Transsexualität aber ist erlaubt und wird mit Homosexualität nicht gleichgesetzt.

Somit kommen auch viele (homosexuelle) Menschen aus arabischen Ländern in den Iran, um sich dort umoperieren zu lassen als „religiös legale Option“, so der Geschlechtstheoretiker Afsaneh Najmabadi. Die englische Tageszeitung „Guardian“ berichtet, es fänden allein im Iran jährlich 20.000 Geschlechtsumwandlungen statt, was im übrigen auch kulturelle Gründe hat.

Viele mächtige Stammesfürsten und reiche Persönlichkeiten haben neben ihren Frauen auch Transsexuelle an ihrer Seite, was gesellschaftlich völlig anerkannt ist.

Foto: © Steve Nelson Fotos/ CC-BY-SA 3.0 (via Picasa Commons)

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher, unter anderem "Elysander" und "Ein lebendiger Tag". Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher (u. a. in der letzten DDR-Regierung) und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

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