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Frankfurt setzt LGBTI-Aktionsplan um: Mehr Schutz, Sichtbarkeit und Akzeptanz für queere Menschen

Frankfurt am Main hat einen umfassenden LGBTI-Aktionsplan beschlossen, der den Schutz und die Akzeptanz queerer Menschen in der Stadt verbessern soll. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte mit großer Mehrheit für den „Frankfurter Aktionsplan: Schutz, Akzeptanz und Vielfalt“, der Diskriminierung und Gewalt gegenüber Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität entschlossener entgegentreten soll.

Der Plan wurde von Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg gemeinsam mit Vertreter*innen aus Verwaltung und Zivilgesellschaft vorgestellt. Sie betonte, dass Schutz, Akzeptanz und Gleichberechtigung für queere Menschen nicht selbstverständlich seien, sondern immer wieder neu gesichert werden müssten. Entstanden ist das Konzept in einem mehrjährigen Beteiligungsprozess mit der LGBTI-Community, der Polizei, der städtischen Antidiskriminierungsstelle und dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten.

172 Empfehlungen als Grundlage

Ausgangspunkt für den Aktionsplan war ein Koordinierungskreis, der 2023 gegründet wurde. In mehr als 20 Sitzungen entstand eine Bedarfsanalyse, aus der 172 Handlungsempfehlungen hervorgingen. Ein Teil dieser Vorschläge wurde direkt in den Aktionsplan übernommen. Laut Harpreet Cholia, Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung, war es wichtig, die Situation queerer Menschen nicht isoliert zu betrachten, sondern auch mit anderen Formen von Diskriminierung zusammenzudenken.

Die Rückmeldungen aus der Community fielen positiv aus. Georgios Kazilas vom hessischen Landesverband des LSVD sprach von einem Meilenstein und hob hervor, dass Frankfurt zu den ersten Kommunen gehört, die einen solchen Plan gemeinsam mit der Community erarbeitet haben. Auch Carsten Gehring von der Frankfurter Aidshilfe begrüßte den Beschluss als starkes Signal, machte aber zugleich deutlich, dass die praktische Arbeit erst noch vor den Beteiligten liegt.

Erste Schritte sind bereits sichtbar

Einige Maßnahmen laufen bereits. Dazu zählen queere Aktionstage und der mehrwöchige Pride Month, der den Christopher Street Day ergänzt. Außerdem wurde eine Safer-Space-Initiative gestartet, bei der Bars, Geschäfte und Hotels als Anlaufstellen für Menschen dienen sollen, die queerfeindlich angegriffen wurden. Der Plan sieht darüber hinaus Schulungen zu queeren Lebensrealitäten, eine Stärkung der Erinnerungskultur und die Einrichtung eines Regenbogen-Familienzentrums vor.

Die weitere Umsetzung soll nun gemeinsam mit städtischen Dezernaten, Ämtern, dem Präventionsrat und der Polizei ausgearbeitet werden. Ziel ist es, Frankfurt langfristig zu einer Stadt zu machen, in der queere Menschen sicher, sichtbar und selbstbestimmt leben können

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