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CSD in Sankt Petersburg zuerst genehmigt – jetzt wieder verboten

Alles klang so überwältigend positiv: Erstmals wurde in Russland ein CSD genehmigt; die Reaktion der Organisatoren war entsprechend überschwänglich. Doch die anfängliche Euphorie mischte sich schnell mit Skepsis

: etwa darüber, ob die Polizei die erwarteten 1.000 Teilnehmer auch tatsächlich entsprechend schützen würde. Oder ob sich – wie bereits in Kiew geschehen – rechtsnationale Gruppierungen nach entsprechenden Informationen aus den Reihen der Sicherheitskräfte zur Jagd auf die Demonstranten ansetzen könnten.

Nun zog die Stadt Petersburg die Genehmigung wieder zurück. Grund hierfür sollen die Proteste tausender „rechtschaffener“ Bürger sein. Entsprechend groß sind der Frust und die Enttäuschung der Aktivisten.
Als Lichtblick empfanden die Aktivisten diese zeitweise Genehmigung in Putins Reich trotzdem, nachdem beispielsweise ein Moskauer Bezirksgericht alle Genehmigungen von GayPride-Bekundungen bis einschließlich des Jahres 2112 (!) vorsorglich für rechtsungültig erklärt hatte. Überraschend kam die Genehmigung auch vor dem Hintergrund des vor kurzem erlassenen Gesetzes zum Verbot öffentlicher homosexueller Propaganda. Der Protest gegen dieses Gesetz hätte deshalb auch Hauptthema des Petersburger CSD werden sollen.

Der Mitorganisator des ebenfalls durch die Behörden verbotenen Moskauer CSDs, Nikolai Aleksejew, etwa sprach davon, dass „Absurdität und Gesetzlosigkeit munter weiter“ gingen, wie queer.de berichtete. Aleksejew liess die Öffentlichkeit und die russische Regierung jedoch auch wissen: „Der Kampf geht weiter.“

 

 

Bild: Teilnehmer des diesjährigen CSD in Berlin demonstrieren gegen die LGBT-feindliche Politik der russischen Regierung (Foto: andrew ciscel /CC) Text: JZ

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