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Blutspende-Verbot für Schwule auf dem Prüfstand

Das Blutspende-Verbot für Homosexuelle sollte nach dem Willen der Bundesärztekammer (BÄK) gelockert werden. Die Ärztevertretung will „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ auf eine Veränderung der bestehenden Regeln und Gesetze hinwirken, so die BÄK in Berlin.

Die „Möglichkeiten“, von der die Ärztekammer spricht, betreffen entsprechende EU-Richtlinien, auf die Deutschland nur indirekt Einfluss nehmen kann. Ziel sei es, den bisher geltenden dauerhaften Ausschluss von Menschen mit riskantem Sexualverhalten zu beenden. Dazu gehören nicht nur Homosexuelle, sondern auch Heterosexuelle mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern und Prostituierte beiderlei Geschlechts.

Wenn Betroffene zuvor in einem Fragebogen erklären beziehungsweise versichern, dass sie seit einer bestimmten Zeit keinen riskanten Sex mehr hatten, soll das Blutspenden vom Grundsatz her möglich sein. Allerdings müsse noch der genaue Zeitraum definiert werden. Experten geben zu bedenken, dass selbst mit besten Kontrollverfahren ein Fenster von drei bis vier Wochen bleibt, in dem nach einer HIV-Neuinfektion ein Test dies fälschlicherweise nicht anzeigen könnte.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) begrüsste den Vorstoß der Ärzteschaft: „Es ist eine medizinische Entscheidung, aber der faktische Ausschluss von homosexuellen Männern wird nicht verstanden.“ Insofern sei dies „ein Fortschritt“, so Bahr.

Foto: hellobo flickr

Written by Holger Doetsch

Holger Doetsch ist Bankkaufmann, Redakteur und Autor verschiedener Bücher. Im Journalismus kennt er alle Seiten des Tischs, er publiziert in mehreren Zeitungen und Onlinemedien, war Pressesprecher und unterrichtet seit 1995 Journalismus, PR sowie Rhetorik an verschiedenen Hochschulen.

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