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Anschlag beim Berliner CSD: Täter erschossen, eine Frau getötet, 29 Verletzte

Ein mutmaßlich islamistischer Terroranschlag hat den Christopher Street Day (CSD) 2026 in Berlin erschüttert. Am Samstagabend ist eine Frau getötet und 29 Personen teils schwer verletzt worden. Der tatverdächtige Attentäter wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Der Anschlag

Nach Polizeiangaben steuerte der Täter kurz vor 22 Uhr einen weißen Citroën-Kastenwagen in den Tiergarten und durch den Ahornsteig. Auf dieser Route, parallel zur Lennéstraße, fuhr der Autofahrer mehrere Menschen an und überrollte sie. Das Fahrzeug endete nach der Fahrt, als es mit einem Baum kollidierte.

Nach der Autofahrt soll der Fahrer das Fahrzeug verlassen haben und mit einer Hieb- und Stichwaffe (mutmaßlich einer Machete) weitere Passanten verletzt haben.

Nach dem Angriff wurde die Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor gegen 22.15 Uhr abgebrochen. Die Veranstalter forderten die Besucher auf, den Bereich zu verlassen.

Die Opfer

Eine Frau wurde getötet. Nach Angaben von Bundesinnenminister Dobrindt wurden 29 Personen teils schwer verletzt. Mittlerweile schwebt keine von ihnen mehr in Lebensgefahr.

Die Charité gab an, acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt zu haben, vier konnten entlassen werden, vier weitere werden auf Intensivstationen behandelt.

© Andre Wokittel

Der Tatverdächtige

Noch in der Nacht wurde ein mutmaßlicher Tatverdächtiger identifiziert: der 21-jährige Abdul Ballout, eine polizeibekannte Person aus dem islamistischen Milieu in Berlin. Am Sonntagmorgen veröffentlichte die Polizei einen Fahndungsaufruf.

Nach Ermittlungsergebnissen hatte Ballout das Fahrzeug in Brandenburg angemietet. Unklar war zunächst, ob er auch der Fahrer war. Nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt war der tatverdächtige Abdul B. in der Vergangenheit aufgefallen durch ein hohes Maß an Straftaten, durch Radikalisierung und durch die Zugehörigkeit zur islamistischen Szene.

Nach rbb-Informationen hatte der 21-Jährige versucht, sich der Terrororganisation IS anzuschließen. Im Libanon hatte er bis Oktober vergangenen Jahres im Gefängnis gesessen. Bei seiner Rückreise nach Deutschland im November wurde er von der Berliner Polizei festgenommen.

Ein zweiter Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft wurde ebenfalls verhaftet. Seine Rolle bei dem Anschlag ist bislang unklar.

Der Täter wird erschossen

Sonntag, 18:34 Uhr: Nach einem SEK-Einsatz in einer Gartenlaube im Berliner Bezirk Spandau ist der mutmaßliche Attentäter Abdul Ballout erschossen worden. Bei dem Zugriff kam es zu einem Schusswechsel, die Polizisten wurden angegriffen und schossen zurück.

Zeugen berichteten, bei dem Einsatz zwei Salven mit wenigen Minuten Abstand gehört zu haben.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dankte der Polizei: „Ich bin den Sicherheitsbehörden dafür dankbar, dass der Attentäter so schnell aufgefunden wurde. Das ist eine großartige Leistung.“

Die Ermittlungen

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen zu dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days. Der Generalbundesanwalt ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland und zuständig für Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus.

Die Polizei prüfte, ob es einen oder mehrere Täter gab. Im Stadtgebiet liefen Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Vorfall.

Berlin trauert und solidarisiert sich

Am Sonntag versammelten sich tausende Menschen zu Gedenkveranstaltungen. Auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor, dem ursprünglichen Schauplatz der CSD-Abschlussparty – kamen Vertreter der queeren Community zusammen, um der Opfer zu gedenken. Regenbogenflaggen wurden gehisst, Lieder gesungen und Reden gehalten.

© Andre Wokittel

Im Tiergarten, am Tatort selbst, entstand ein spontanes Gedenkmal: Menschen legten Blumen und Regenbogenschleifen an einem Baum ab – ein Zeichen der Solidarität und des Gedenkens.

Ein Sprecher des CSD warnte nach dem Terroranschlag vor vorschnellen Urteilen: „Wir wollen nicht, dass diese Tat für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder Menschen unter Generalverdacht gestellt werden. Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir als Berliner CSD nicht zulassen.“

Am Nachmittag fand eine Trauerandacht in der St.-Marienkirche statt. Im Anschluss zog ein Trauermarsch zum Brandenburger Tor.

Reaktionen der Politik

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die Tat als abscheulich und besuchte am Sonntag den Tatort, um Blumen abzulegen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Bluttat als „Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.

Stand: 26. Juli 2026, 19:30 Uhr

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Informationen der Berliner Polizei, des Generalbundesanwalts, der Charité und der Nachrichtenagenturen rbb24 und Bild.de. Die Ermittlungen sind noch laufend.

Bild: Polizei Berlin.

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