© Stefan Kühn /CC-BY-SA 2.5 (via Wikimedia Commons)
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Alte Werte im neuen Gewand – Wie Europas Rechte gegen LGBT mobil macht

CSD München, KyivPride und Munich Kiev Queer laden am Dienstag, dem 15. Juli um 20 Uhr zur internationalen Podiumsdebatte ins Schwulenzentrum Sub, um mit Gender-Experten und LGBT-Aktivisten aus Ost und West zu diskutieren.

Auch in der heutigen Zeit sind Gleichstellung, Akzeptanz und Respekt für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) in Ländern Osteuropas keine Selbstverständlichkeit. Aber auch in Westeuropa wehren sich immer wieder Menschen gegen den so genannten Gender-Mainstream. Menschenrechtsvertreter sehen darin eine Gefahr für Freiheit und Demokratie.

Die Bilder aus Paris sind noch in unseren Köpfen. Mehrere Monate lang demonstrierte die Manie pour tous mit ihren Anhängern gegen Homo-Ehe und die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare; schlussendlich schlugen die Demonstrationen in Gewalt um. In Stuttgart gingen samstags Menschen auf die Straße, um gegen einen Bildungsplan zu kämpfen, der die sexuelle Vielfalt in den Schulen des Landes zum Thema machen sollte. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew versammelten sich die Gegner des geplanten Antidiskriminierungsgesetzes auf öffentlichen Plätzen und skandierten: „Mama, Papa, me – happy family“. Die Botschaften sind deutlich: Unsere Kinder kriegt Ihr nicht. Als ob zwei Frauen bzw. zwei Männer schlechte Eltern wären.

Von Frankreich bis in die Ukraine sprechen sich immer mehr Menschen gegen eine Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender aus. Vordergründig geht es ihnen um traditionelle Familienwerte und den Schutz ihrer Kinder. In Osteuropa gelten Homo- und Transsexualität ohnehin als unmoralisch. Im Westen dagegen gibt sich die Anti-Bewegung vielfach homo-freundlich. Das Gegenteil ist der Fall, wie die Praxis zeigt.

Die Fragen und die Teilnehmer der Podiumsdebatte

Gender-Experten und Menschenrechts-Aktivisten aus Frankreich, Deutschland, der Ukraine und Weißrussland debattieren am Dienstag, 15. dem Juli, um 20 Uhr im Münchener Sub in der Müllerstraße 14 über das Phänomen. Die Fragen lauten: Wer sind diese Leute, was wollen sie, wie argumentieren sie und wie kann ihnen die LGBT-Community begegnen? Es sprechen auf dem Podium:

· Anna Dovgopol, Feministin und Koordinatorin des Gender-Programms der Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew, Teil des KyivPride-Organisationsteams,

· Olena Semenova, Vorstand der LGBT-Organisation New Wave in Kherson und Teil des KyivPride-Organisationsteams,

· Viachaslau Bortnik, LGBT- und Menschenrechts-Aktivist aus Minsk,

· Robert Andreasch, AIDA, München, und

· Marie Rousset von der LGBT-Dachorganisation Commission Inter-Associative in Paris.

Die Moderation übernehmen Thomas Lechner (Candy Club) und Nimet Gökmenoglu, Referentin für Unterkulturelle Öffnung und Diversity Management.

Seit zwei Jahren sind der CSD München und der KyivPride Kooperationspartner. Gemeinsam richten die zwei Partnerstädte in der Pride Week Veranstaltungen aus. Zu Gast aus Kiew sind in diesem Jahr drei Frauen und drei Männer, allesamt Aktivisten aus dem Organisationsteam des KyivPride. Neben der Pride-Kooperation besteht eine Partnerschaft zwischen der Kiewer und Münchner LGBT-Community, welche die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer koordiniert. Munich Kiev Queer begrüßt weitere drei Gäste aus Weißrussland, Odessa und Kiew in München. Die neunköpfige Delegation aus Osteuropa wird die gesamte Woche über mit Vertreterinnen und Vertretern der Münchner LGBT-Szene zusammentreffen und am Programm der CSD-Pride-Week teilnehmen. Gleichzeitig beteiligen sie sich mit eigenen Beiträgen.

MÜNCHEN–KIEW: DIE VERANSTALTUNGEN IM ÜBERBLICK

DIENSTAG, 15. Juli 2014, 20.00 Uhr: Rechts – radikal? Alte Werte im neuen Gewand. Wie die europäische Rechte gegen LGBT mobil macht. Sub, Müllerstraße 14, 80469 München – Von Frankreich bis in die Ukraine sprechen sich immer mehr Menschen gegen eine vollständige Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender aus. Wer sind unsere Gegner, was wollen sie und wie können wir ihnen als Community begegnen? Es gilt ein Einlassvorbehalt wie unter www.subonline.org veröffentlicht.

MITTWOCH, 16.Juli 2014, 12.00 Uhr: Die Situation von HIV/AIDS in Osteuropa am Beispiel der Ukraine. Commundo Tagungshotel, Seidl-Kreuz-Weg 11, 85737 Ismaning – Stanislaw Mischtschenko von der Gay Alliance Ukraine spricht auf dem 13. Bayerischen Forum AIDS-Prävention „Blick über die Grenzen“.

MITTWOCH, 16. Juli 2014, 19.30 Uhr: Let’s dance – Einführung ins Kugelhantel-Training. Sub, Müllerstraße 14, 80469 München – Im Herbst starten Team München und Munich Kiev Queer einen Kettlebells-Workshop. An fünf Samstagen führt die LGBT-Aktivistin und mehrfache Medaillenträgerin Olena Semenova aus Kiew exklusiv für die Münchner Community in den Sport ein.

SAMSTAG, 19. Juli 2014, ab 12.00 Uhr: Ausstellung am Marienplatz, Politparade, Bühnenprogramm. Marienplatz – Unsere Gäste aus Kiew stellen am Infostand des Forums Homosexualität die Geschichte der ukrainischen LGBT-Bewegung vor mit vielen Ausstellungsstücken zum Anschauen. Natürlich werden die Ukrainer und unser Gast aus Minsk bei der CSD-Parade mitlaufen – und zwar mit Munich Kiev Queer zusammen. Gigantische Freiheits-Kugelhanteln wechseln zwischen den Zuschauern am Straßenrand und unseren Aktivisten hin und her. Und natürlich werden die Gäste auch beim Bühnenprogramm eine Rolle spielen. Es tritt sogar eine ukrainische Band auf.

Der CSD wird in München seit 1980 gefeiert. Mehrere Zehntausend Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender gehen Jahr für Jahr auf die Straße, um unter wechselndem Motto Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung einzufordern. Gesellschafter der CSD München GmbH sind die Lesbenberatung LeTRa, die Münchner Aids-Hilfe, die Partei Rosa Liste und das Münchner Schwulenzentrum Sub. Motto 2012: „Fight for Global Rights – Solidarität kennt keine Grenzen“. Im Nachgang der Veranstaltung ist die Münchner Szene eine Kooperation mit ihrer Partnerstadt Kiew eingegangen. In diesem Jahr lautet der Slogan zum Thema Gender und Identität: „Regenbogen der Geschlechter. Wertvoll sind wir alle!“.

Written by Lisa Wagner

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