Ein berührrender Film über Nähe, Distanz und die Angst, etwas zu verlieren
Der Film „Allegro Pastell” startet am 16. April 2026 in deutschen Kinos und erzählt eine Geschichte, die viele aus der urbanen, queeren Community kennen dürften: die Sehnsucht nach Verbindung und die gleichzeitige Angst vor Verlust und Festlegung.
Basierend auf dem Roman von Leif Randt, den Regisseurin Anna Roller behutsam für die Leinwand adaptiert hat, porträtiert der Film die Figuren Tanja und Jerome – zwei Menschen Anfang dreißig, die sich in einer prekären Schwebezustand befinden. Sie sind zwischen dem Wunsch nach Nähe und dem Drang nach Unabhängigkeit gefangen, ein Gefühl, das Randt treffend als „vorauseilende Wehmut” beschreibt.
Ästhetik und Stimmung
Die Stärke von „Allegro Pastell” liegt in seiner Zurückhaltung. Die Regisseurin Anna Roller wählt bewusst eine statische, distanzierte Bildsprache, die innere Zustände nicht durch dramatische Gesten erzählt, sondern durch Farben, Oberflächen und Materialien – daher der Titel mit den Pastelltönen. Ein elektronischer, melancholischer Soundtrack, durchsetzt mit ironischem Eurodance und zeitgenössischem Pop, verankert den Film fest in Berlin und Frankfurt der späten 2010er-Jahre.
Die Besetzung mit Jannis Niewöhner und Syl Faligant trägt zu dieser Intensität bei – ihre subtile Darstellung zeigt, wie hinter ironischer Distanz emotionale Verletzlichkeit sichtbar wird.
Ein zeitdiagnostisches Drama
„Allegro Pastell” ist mehr als eine Liebesgeschichte – es ist eine Zeitdiagnose. Der Film erfasst das diffuse Gefühl einer Generation, dass etwas zu Ende geht, noch bevor man es wirklich verstanden hat. Gerade in einer Zeit, in der sich global viel verändert, sprechen diese zwei Figuren eine universelle Sprache: die Frage, wie man Nähe lebt und gleichzeitig seine Autonomie bewahrt.
Für die queere Community könnte dieser Film besonders relevant sein, da er Beziehungsdynamiken ohne Moralismus oder Dramatisierung darstellt – sondern mit großer Präzision und Respekt für die Widersprüche, die in modernen Liebesbeziehungen entstehen.
Produktion und Anerkennung
Der Film wurde in Berlin, Brandenburg, Frankfurt, Maintal und Lissabon gedreht und erhielt Unterstützung von HessenFilm, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, der MFG Baden-Württemberg und dem DFFF.
Seine Weltpremiere feierte er auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion Panorama – ein Zeichen für die künstlerische Qualität und Relevanz des Projekts. Die Produktion entstand in Kooperation mit ARD Degeto Film GmbH und dem Bayerischen Rundfunk.
Fazit
„Allegro Pastell” ist kein Film, der einfache Antworten bietet. Stattdessen lädt er ein, sich in den Gefühlen zweier Menschen zu verlieren, die versuchen, in einer komplizierten Welt zusammen zu leben – und zu verstehen, dass manchmal gerade die Unfähigkeit, sich festzulegen, das Tiefste über uns aussagt.
Ein Film für alle, die es kennen: Das Gefühl, dass etwas Schönes bereits zur Erinnerung wird, während man es noch erlebt.
Erscheinungstermin: 16. April 2026
Verleih: DCM
Regie: Anna Roller
Besetzung: Jannis Niewöhner, Syl Faligant
Länder: Deutschland, Koproduktion mit ARD Degeto Film GmbH