© ARD Degeto/Britta Krehl
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Mein Sohn Helen – ARD Film zum Thema Transsexualität

Am 24. April 2015 um 20.15 Uhr strahlt die ARD einen Film aus, der sich mit dem Thema Transsexualität befasst.

Mein Sohn Helen

Finn ist sechszehn Jahre als, als er nach San Francisco reist, um ein Auslandsjahr bei seiner Tante zu verbringen. Als sein Vater ihn nach seinem Aufenthalt vom Flughafen abholen will steht ihm anstelle Finns Helen gegenüber. Helen erklärt ihrem Vater, schon immer seine Tochter und nicht sein Sohn gewesen gewesen zu sein. Seit ihrer Geburt im falschen Körper gelebt zu haben. Ihr Entschluss steht fest, wenn sie 18 ist will sie die geschlechtsangleichende Operation durchführen lassen. Nun werden die Reaktionen von Vater, Freunden und Bekannten unter die Lupe des Filmes genommen. Die erste Ablehnung des Vaters schlägt schließlich in zu erwartenden Beistand und Unterstützung um. In der Klasse gipfeln die Bloßstellungen der Mitschüler_innen darin, dass Helen gezwungen wird sich vor den Jungs zu entkleiden – eine Szene, die in beinahe jedem Film um das Thema gender verwendet wird; so auch hier bei „Mein Sohn Helen“.

Seltsame Belanglosigkeit

Abgesehen von der schwülstig in Szene gesetzten Musik ist die Annäherung an die Materie zunächst eine behutsame, positive Überraschung. Regisseur Gregor Schnitzler inszeniert Helen als Person, die erhobenen Hauptes ihr neues/altes Ich ihrer Umwelt präsentieren möchte. Was dabei leider auf der Strecke bleibt wird ist eine tiefergehende Essenz. Mit Aussagen wie: „Ich leb jetzt als Mädchen“, und der gelegentlichen Verwechslung von „geschlechtsangleichender Operation“ und „Geschlechtsumwandlung“ ohne die Klärung beider Begriffe bleibt eine seltsame Belangslosigkeit zurück. Die Grundproblematik wird für eine Zielgruppe angerissen, die bisher keine Berührungspunkte mit dem Thema sex und gender haben. Für alle anderen hat er möglicherweise triggernde Inhalte.

Vorpremiere Mein Sohn Helen

Der Film wurde erst unter dem Arbeitstitel „Du Mädchen“ angekündigt, läuft im Hauptabendprogramm der ARD jetzt mit dem Titel: „Mein Sohn Helen“. Für alle Interessierten aus dem Raum Brandenburg / Berlin gibt es eine kostenlose Torpremiere im Thalia in Potsdam Babelsberg. Alles Infos dazu hier auf queerpride.

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