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Homophobe Hetzjagd

Gestern Morgen gegen 6 Uhr wurde in Münchens Partnerstadt Kiew Konstantin M. von drei vermummten Männern überfallen. Sie lauerten ihm vor seiner Haustüre auf, stürmten auf ihn zu und schlugen ihn mehrmals ins Gesicht und beschimpften ihn als Schwuchtel. Die herbeigerufenen Polizei nahm zwar den Vorfall detailliert auf, allerdings ignorierten die Beamten den homophonen Hintergrund der Tat.

Vor wenigen Tagen noch nahm Konstantin zusammen mit fünf weiteren ukrainischen Aktivisten an der Workshop-Woche mit dem Thema „Ehrenamt in der Münchner Szene“ in der bayrischen Hauptstadt teil. Dort hat er sich über das ehrenamtliche Engagement der Münchner Szene eingebracht, indem er einen Blog schrieb, fotografierte und zum Abschluss als Bar-Tender hinter der Theke des Schwulenzentrums Sub die Gäste bediente.

Die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer ruft heute zu einer Kundgebung um 16 Uhr am Fischbrunnen vor dem Rathaus in München auf. Dem Ort an dem die Münchnerinnen und Münchner Konstantin M. vergangenen Sonntag nach Kiew verabschiedet haben. Gemeinsam möchten Ukrainer und Deutsche gegen die Diskriminierung von Homo-, Bi- und Transsexuellen in Münchens Partnerstadt Kiew demonstrieren. Gleichzeitig fordern sie von der Europäischen Union, welche gerade über die Liberalisierung des Reiseverkehrs mit der Ukraine verhandelt, dringend auf ein Anti-Diskriminierungsgesetzt zu bestehen.

„Die Ereignisse der vergangenen Tage beweisen nur, dass die LGBT-Community in der Ukraine wie auch alle anderen sozialen Gruppen vor Gewalt und Diskriminierung geschützt werden müssen“, sagt Stanislaw Mischtschenko, LGBT-Aktivist der Gay Alliance Ukraine und ebenfalls Mitglied von Munich Kiev Queer. „Das gilt gerade jetzt, da uns die Situation im Land unsicher macht. Wir brauchen diesen Schutz unbedingt und zwar jetzt sofort.“

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Written by Maik Friedrich

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